Handwerk und Sucht - Suchtprobleme im Handwerk - Suchtberatung für das Handwerk
Beratung
Alkoholprobleme werden oft verdeckt.
Schlechte Arbeitsleistung, Fehlzeiten, Gereiztheit, aber auch Überanpassung, werden zwar wahrgenommen, aber nicht mit Alkoholproblemen in Verbindung gebracht.
Auch wenn Alkoholprobleme offensichtlich sind, besteht Unsicherheit, wie dieses Thema angesprochen werden kann.
Das Ansprechen von Beratungsstellen oder anderen professionellen Helfern wird teilweise als Ausdruck eigener Schwäche verstanden. Wir suchen vor Ort gemeinsam gangbare Wege.
Warum ein spezielles Angebot für das Handwerk?
Typisch für das Handwerk sind kleine Betriebseinheiten, die sich keine eigene Suchtberatung leisten können.
Handwerksbetriebe haben oft eine "familienähnliche" Struktur mit starken persönlichen Bindungen. Diese Bindungen können eine konstruktive Lösung von Problemen erschweren oder erleichtern. Ein externes Hilfsangebot kann in diesem Fall unterstützend wirken.
Die Aussichten für eine Behandlung von Alkoholproblemen in Betrieben sind gut, wenn für die Betroffenen die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes möglich ist.
Auch für den Betrieb ist es gut, langjährige Mitarbeiter zu behalten, die mit den Abläufen im Betrieb vertraut und vielen Kunden bekannt sind.
Wer hilft?
Mitarbeiter/innen der Sozial- und Gesundheitsberatung der IKK Schleswig-Holstein.
Mitarbeiter/innen des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) der Evangelischen Kirche. (Der KDA ist ein spezieller Dienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Nordelbien für Berufstätige, für Menschen in schwierigen Arbeitssituationen und für Arbeitslose).
Aufgrund ihrer persönlichen und fachlichen Qualifikation verstehen die Mitarbeiterinnen beider Institutionen ihr Handwerk
Wie sieht die Hilfe konkret aus?
Der Betriebsinhaber wendet sich an die IKK oder den KDA.
Es wird ein erstes Beratungsgespräch verabredet. Die Gesamtsituation ist Gegenstand dieses Erstgespräches.
Gemeinsam stellen die Teilnehmer einen Plan auf, wie, wann und wo mit dem Betroffenen gesprochen wird und wer bei diesem Gespräch dabei ist. An dieser Stelle ist in der Regel jemand vom Handwerker-Arbeitskreis Sucht hinzuzuziehen.
Im Gespräch mit dem Betroffenen werden ihm die Konsequenzen der weiteren Suchtkarriere aufgezeigt. Gleichzeitig werden ihm Hilfsangebote vor Augen geführt: Entgiftung, Entwöhnung, ambulante Therapiemöglichkeiten und Unterstützung durch Selbsthilfegruppen.
Ebenso ist das weitere Vorgehen im Hilfesystem (Sofortaufnahme im Krankenhaus, Arzt, Suchtberatungsstelle, Selbsthilfegruppe) und die künftige Situation im Betrieb (Ausfall, finanzielle Hilfen, Sensibilisierung der Kollegen, evtl. Besuch in der Klinik) zu besprechen.
Nach der Therapie kann auf Wunsch des Arbeitgebers eine weitere Begleitung stattfinden.
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